Krempe — Headwear als Handwerk und Kultur.
Krempe ist ein monatlich erscheinendes deutschsprachiges Fachmagazin für Kopfbedeckungen, Hut-Handwerk und Cap-Kultur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir schreiben über die moderne Cap-Familie zwischen Curve, Snapback, Trucker und Dad Hat, über die klassischen Hut-Stile zwischen Fedora (1882 nach Sarah Bernhardts Bühnenstück), Borsalino (Alessandria seit 1857), Panama und Stetson, über die gestrickte Mützen-Welt zwischen Bommelmütze, Beanie und Docker-Mütze, über die Headwear-Materialien zwischen Haarfilz und Toquilla-Stroh, über die internationale Marken-Geschichte zwischen Borsalino, Stetson, New Era und den deutschen Klassikern Mayser und Lierys, und über die Hut-/Mützen-Tradition zwischen Phrygischer Mütze der französischen Revolution und der Cap-Renaissance der 1990er-Hip-Hop-Welle. Keine Marken-PR, keine Shop-Vermittlung, keine Affiliate-Werbung. Ein redaktionelles Headwear-Fachmagazin, das die Welt der Kopfbedeckungen als gleichzeitig handwerkliche, ökonomische und kulturhistorische Disziplin behandelt.
Krempe ist explizit keine Wiederbelebung eines Online-Shops und kein konkreter Anbieter-Beratungs-Dienst. Das Magazin steht in keiner institutionellen oder personellen Verbindung zu einem früher unter dieser Domain veröffentlichenden Mützen-Shop. Wir publizieren keine Anbieter-Empfehlungen mit Affiliate-Vergütung und keine Marken-PR.
Der Takt ist monatlich. Sechs Ressorts — Cap, Hut, Mütze, Material, Marken, Geschichte — bilden das Gerüst. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in der laufenden Bestandsaufnahme der Borsalino-Restrukturierung nach der Übernahme durch Haeres Equita 2017 und in einer Bestandsaufnahme der NFL-Lizenz-Cap-Saison 2025/26.
Der Name Krempe ist Programm. Die Krempe — der seitliche oder rundum umlaufende Hut-Rand, der dem Hut seine charakteristische Silhouette gibt — ist mehr als ein Konstruktionselement: Sie ist die formale Klammer zwischen Hut-Typ und Hut-Funktion (kurze Krempe für sportlich-städtische Hut-Klasse, lange Krempe für Sonnenschutz und Western-Tradition), die handwerkliche Disziplin des Hut-Macher-Berufes (Formgebung der Krempe als zentraler Arbeitsschritt) und die kulturelle Markierung der Hut-Welt. Wir verwenden den Begriff als programmatische Selbstverortung: ein Fachmagazin, das die Kopfbedeckungs-Welt an ihrer fundamentalen formalen Markierung behandelt.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen der jahrhundertealten Hut-Tradition und der gegenwärtigen ökonomisch-modischen Realität. Borsalino hat seit 1857 eine ungebrochene Haarfilz-Tradition entwickelt — aber die Insolvenz 2017 und die Übernahme durch Haeres Equita zeigt die Marktfragilität des klassischen Hut-Handwerks. Die Hut-Pflicht-Ära endete in den USA symbolisch mit John F. Kennedys hutlosem Auftritt 1961 — aber das Hut-Handwerk hat sich seitdem als Boutique-Nische neu erfunden. Die Cap-Renaissance seit den 1990er-Hip-Hop-Wellen hat New Era zu einer Welt-Marke gemacht — aber die Streetwear-Konsolidierung 2020-2025 hat die Cap-Klassen neu sortiert. Wir lesen das nicht als Mode-Phase, sondern als die normale Spannung zwischen handwerklicher Tradition und Markt-Realität.
Geschrieben ist Krempe für Hutmacher:innen und Modist:innen, für Streetwear-/Cap-Sammler:innen, für Mode-Branchen-Beschäftigte (Textilhandel, Großhandel), für Mode-Historiker:innen und für ein allgemeines mode- und kultur-interessiertes Publikum. Wir setzen Vertrautheit mit Headwear-Fachterminologie voraus (Krempe, Kopfweite, Schweißband, Cup-Höhe, Filz-Gewebe-Klasse), aber kein Hutmacher-Diplom.
Gastbeiträge
Krempe nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen.
Die Kopfbedeckung ist für uns kein Accessoire. Sie ist die handwerklich-kulturelle Disziplin, in der eine Haarfilz-Formgebung am Vormittag das Schnittmuster der nächsten Generation prägt.